krank oder gesund, schwer oder leicht sein, aber das hat nichts mit meinem inneren Ich zu tun. Ich habe einen Körper, aber ich bin nicht mein Körper.
Ich habe Begierden, aber ich bin nicht meine Begierden. Ich kann meine Begierden kennen, und was gekannt werden kann, ist nicht der wahre Erkennende. Begierden kommen und gehen, sie schweben durch
mein Bewußtsein, aber sie berühren nicht mein inneres Ich. Ich habe Begierden, aber ich bin nicht meine Begierden.
Ich habe Gefühle, aber ich bin nicht meine Gefühle. Ich kann meine Gefühle fühlen und spüren, und was gefühlt und gespürt werden kann, ist nicht der wahre Fühlende. Gefühle gehen durch mich hindurch, aber sie berühren nicht mein inneres Ich. Ich habe Gefühle, aber ich bin nicht meine Gefühle.
Ich habe Gedanken, aber ich bin nicht meine Gedanken. Ich kann meine Gedanken kennen und intuitiv erfassen, und was gekannt werden kann, ist nicht der wahre Erkennende. Gedanken kommen zu mir und verlassen mich wieder, aber sie berühren nicht mein inneres Ich. Ich habe Gedanken, aber ich bin nicht meine Gedanken.
Wenn man sich diese Aussagen klargemacht hat - vielleicht mehrmals -, dann behauptet man so konkret wie möglich:
Ich bin, was übrig geblieben ist, ein Zentrum des Gewahrseins, ein unbewegter Zeuge all dieser Gedanken, Emotionen, Gefühle und Begierden.
(Ken Wilber)
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Aber was ist das Zentrum des Gewahrseins?
Wenn ICH (das Zentrum des Gewahrseins) nicht mein Körper bin - kann ICH mich dann zB vom Empfinden körperlicher Schmerzen abgrenzen?
Kann ICH mich dann vom Empfinden emotionaler Schmerzen (zB Verlust geliebter Menschen) abgrenzen?
Sind dann Übungen die dazu dienen sollen mich mit anderen verbunden zu fühlen, nicht auch umsonst, weil ich ja 'nur' das Gefühl habe mich verbunden zu fühlen und Gefühle ja nicht ICH sind?
Spielt es dann überhaupt eine Rolle wie ich mich 'auf dieser Welt benehme' weil ICH ja nicht das bin was ich glaube zu sein?
Spielt es dann überhaupt eine Rolle wie andere Menschen mit mir umgehen weil ICH davon ja nicht berührt werde?
Spielt es dann überhaupt eine Rolle wie man auf der Erde miteinander umgeht - weil ja das Innerste/das Zentrum des Gewahrseins (mein ICH) unberührt bleibt?
Bleibt dann das Innerste nicht auch unberührt von Liebe? Bleibt dann das Innerste nicht auch unberührt von Hass?
Wenn ICH nur ein unbewegter Zeuge bin, dann kann es mir doch egal sein was passiert, ob Friede und Liebe oder Unfriede und Hass auf der Welt existieren?
Warum dann diese Kurse? Warum Mitgefühl? Warum das Bewusstsein erweitern? Wozu?
Warum nicht nur zurücklehnen und zusehen wie das Leben abläuft wie ein Film? Und wenn mir der Film nicht gefällt einfach 'umschalten' in ein anderes Leben? Umschalten so oft ICH will?
Oder hat doch auch mein ICH (das Zentrum des Gewahrseins) ein Bedürfnis - zB das Bedürfnis einen Film zu sehen der nur von Liebe, Freude und Frieden handelt?
Liebe Grüße
Anneliese
Liebe Grüße
Ralf
danke für Deine Antwort. Ich werde es nochmal lesen und üben.
Ja, ja, ich weiß: Ich versuche alles mit Denken zu verstehen und zu begreifen.
Also auf ein Neues
Herzliche Grüße
Anneliese